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Frohndellpfeiler – 1

30.9. 2016, Frohndellpfeiler (Süd-Ost Wand, nur unten Baumschatten)

Zum Abschluss des Septembers lockte mich der Frohndellpfeiler. „Spidermove“ (7+) war angesagt. Was eine schöne Route! Feinste technisch-elegante Kletterei. Ein Genuss. Zum ersten Ring im Zweifel zusätzlich absichern, ist jedoch sehr einfach. Ansonsten reicht ein Cam 2.0 für den Ausstieg, der wulstig und flechtig daherkommt und dadurch einen krönenden Abschluss leider verwehrt. Der Mittelteil mit den Waben, Kieseln, Löchern und Leisten macht jedoch alles wieder wett. Es gibt sogar ein Video einer Begehung.

Direkt rechts daneben liegt mit „Bohr do“ (7+) eine weitere besonders lohnende Tour. Am besten den 1. Ring per Clipstick einhängen oder über den Riss zu Spidermove absichern. Denn davor und darüber lauert eine harte, fordernde Kieselplatte und damit die Schlüsselstelle. Richtig gut. Herrliches Kieseltreten und -halten. Im oberen Teil wird es athletisch mit zwei kleinen Dächlein. Den ein oder anderen Cam bereithalten.

Hingehen und Spaß haben Leute. Die geneigten bis senkrechten, sehr abwechslungsreichen Klettereien machen richtig Laune!

** Bohr do 7+ rotpunkt (solo-toprope) starke, harte Einstiegsplatte, athletischer Oberteil
*** Spidermove 7+ rotpunkt (solo-toprope) traumhafte Kiesel-, Waben- und Lochkletterei
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Trifels – 1/2

23.9./26.9. 2016, Trifels (Westwand, freistehend)

Nach dem Asselstein stand mit dem Trifels der nächste große Pfalzfelsen auf meinem Programmzettel. Ich wählte die Tour „Regen und Sonnenschein“ (8-) an der Westwand. Generell kann ich jedem nur empfehlen sich vorab bei seiner Tourenauswahl zu informieren, um keine ungewollten Überraschungen zu erleben.
Dabei helfen erstens der Kletterführer (Ringe, E-Bewertung, Erstbegeher + Jahr) und zweitens Routendatenbanken im Internet (Pfälzer Kletterer / Climbing.de / Kletterdorf / 8a.nu ). Ebenfalls nicht zu vergessen: Felsausrichtung und Wetter. So stand der Tour nichts im Wege und die Absicherung entsprach meinen Vorstellungen.

Per Grigri-Solo und mit allerlei Cams bewaffnet ging es am vergangenen Freitag los. Den Einstieg umging ich nach meiner Recherche (Crux) zunächst technisch (Clipstick), um mich in der Route warm zu klettern. Was folgte war ein geniales Bergerlebnis, mit eisernem Willen und enorm viel Krafteinsatz kämpfte ich mich die Tour in einem Durchgang nach oben. Mehrere Einzelstellen, unterbrochen von exzellenten Rastpositionen, ziehen sich vom Anfang bis zum Ende. Sehr, sehr fordernd und die richtigen Sequenzen erschließen sich nicht wirklich direkt. Ausbouldern war stets angesagt. Zum Abschluss des Tages das Ganze nochmals im Solo-Toprope und ab nach Hause. Den Einstieg und den Rissaustieg konnte ich an diesem Tag noch nicht frei klettern.

Am heutigen Montag ging es direkt wieder in die Tour, ich hatte das Gefühl, dass ich dieses Ding klettern kann. So ging es einmal nach oben und ich fand eine Lösung für den Rissausstieg. Toprope rein und ran an den Einstieg. Überraschenderweise gelang dieser direkt im 2. Anlauf, irgendwie wusste mein Körper, was zu tun war. Los, auf jetzt, dranbleiben und rotpunkten. Voll im Fluß stieg ich durch die Route, alles lief wie am Schnürchen, jeder Griff und jeder Tritt saß. Yehaaaa! Zu meiner Freude gesellte sich Applaus der Burgbesucher. Genial.

Die Tour ist einfach super und bietet alles. Beste Pfalz-Action. Sie fordert insbesondere Technik und Kraft. Über den bouldrigen Einstieg (Hüftbeweglichkeit) führt eine pumpige „Henkeltraverse“ zum ersten Riss. Klemmen und Fußtechnik bringen die nächsten Meter (Cams), ehe es über eine kleine Platte zu einer Schuppentraverse geht, dem entspanntesten Teil der Route. Es folgt ein schwieriges Dach (Cams), in dem man die funktionierenden Griffe erstmal finden muss, um sich darüber zu wurschteln. Nach einer erneuten kurzen Platte folgt der Rissaustieg (Cam 4.0, zur Not 3.0), die für mich schwierigste Stelle der Tour. Ein Knieklemmer und viel Körperspannung brachten den Erfolg. Oben angekommen, weiß man, was man gemacht hat.

Hingehen und klettern, die Placements für Cams und Keile sind bestens.

*** Regen und Sonnenschein 8- rotpunkt (solo-toprope) geniale Pfalztour, alles dabei
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Steinbruch Schriesheim – 51

Schriesheimer Steinbruch, 21.9. 2016

Mein heutiges Ziel war eigentlich die Route „Mystic Moves“ (8/8+). Gekommen ist alles anders.

Zum Einklettern wählte ich „Blutwurst“ (7+). Nach einem einfachen Zustieg kommt oben raus ein schöner, lohnender Boulder zum Umlenker. Sehr kurz, aber eben am Ende der tolle, fließende Boulder. Noch nicht ganz warm ging es ab in „Kurz und Heftig“ (7), diese Tour teilt sich den Umlenker mit Mystic Moves. Sah schon heftig aus und ist es auch. Ich blieb in der Rissspur bis auf einmal das rechte Bein rausstellen in den Nachbarriss der Mystic Moves. Enorm knackig, schwer zu lesen und im Endeffekt auch ein Gewürge. Fiel mir schwerer als Blutwurst, die Züge sind jedoch tatsächlich etwas leichter. Nicht uninteressant, aber auch nicht schön. Spannend, dass man dann doch irgendwie sowas Wurstiges hochkommt.

Nun war Mystic Moves an der Reihe, und ich dachte schon oje beim hinschauen…keine Chance. Ich kann weder die Griffe so halten, noch ist mir eine mögliche Sequenz eingefallen. In einem Forum schrieb jemand, dass ihm ein Tritt ausgebrochen sei und dadurch die Tour momentan für ihn nicht mehr kletterbar ist. Vielleicht liegt es daran, vielleicht bin ich heute einfach blind gewesen. So hat das mit dem achten Grad nix zu tun.

Daher Planänderung und ich schloss die Routen „Dachlriss“ und „Piazriss“ an. Sind beides gute, lohnende Klettereien, wobei die Schlüsselstelle des Dachlriss sehr viel Piaz-Kraft erfordert oder tricky Fußarbeit für geschicktes Spreizen. Hart für 7-. Beim Piazriss nicht erschrecken, es grüßte heute eine Fledermaus.

* Piazriss 6+ onsight (solo-toprope) gute Tour, piazen kein Muss
* Dachlriss 7- rotpunkt (solo-toprope) harte Crux, heftig oder tricky
Kurz und Heftig 7 rotpunkt (solo-toprope) sehr knackiges Rissspurgewürge
Blutwurst 7+ rotpunkt (solo-toprope) lohnender Boulder zum Umlenker
Mystic Moves 8/8+ völlig planlos
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Steinbruch Schriesheim – 49/50

Schriesheimer Steinbruch, 5.9./16.9. 2016

Heute galt es die Route „Aeroplane“ (8-/8) zu rotpunkten, die ich vor 11 Tagen schon ausgebouldert hatte, was mir direkt im 1. Versuch gelang. Super! Im Endeffekt ist es ein heftiger Boulder oben raus, der sich nicht direkt erschließt. Es sind gute Züge, die Spaß machen und etwas tricky sind. Hinpacken ist ordentlich, für mich eine klare 8.

Danach war „The Power in Pink“ (7+) an der Reihe. Die Tour verbindet die Schwierigkeiten von „Blickfang“ (7) und „Ohne Worte“ (7+). Dazwischen ein Quergang an riesigen Griffen mit exzellenten Rastmöglichkeiten. Da ich die Routen bereits geklettert habe, konnte ich die Sache sehr schnell erfolgreich abschließen. Quasi zwei Boulder, wobei der letzte kurz vorm Umlenker wahrlich nicht ohne ist.

* The Power in Pink 7+ rotpunkt (solo-toprope) bouldrig-knackige Tour, gute Raststellen
* Aeroplane 8-/8 rotpunkt (solo-toprope) kurzer, heftiger und tricky Boulder
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Asselstein – 1

14.9. 2016, Asselstein (Süd-Ost Wand, freistehend)

Heute war es endlich an der Zeit eine lange geplante Tour in Angriff zu nehmen, die „Südostkante“ (7) am Asselstein.

Zur Vorbereitung verschlug es mich vorgestern nach Schriesheim, um einige mir bekannte Routen mit dem Grigri solo vorzusteigen und das ganze Setup nach wenigen vorangegangen Routen sicher einzuschleifen. Etwas Sturztraining baute ich ebenfalls mit ein. Funktioniert alles bestens und redundant gesichert.

So ging es ab an den Asselstein und im Solo-Vorstieg relativ gemütlich sowie auf Sicherheit bedacht die „Südostkante“ hinauf. Die Tour bietet viele geneigte Genussmeter, jedoch auch zwei bauchige Schlüsselstellen, an denen schon gut hinzupacken ist. Ein Riss ist nicht dabei, dafür gibt es überwiegend Löcher, Waben, Aufleger und Untergriffe. Einen Großteil der Kletterei macht Reibung aus. Für pfälzer Verhältnisse sichern enorm viele Ringe die Tour sehr gut ab. Weiterhin gibt es ein paar alte Schlaghaken und ich empfehle 3 weitere Cams mitzunehmen (zwei 1er und einen 0.75). Passt ein wenig mit der Seilführung auf und verlängert entsprechend, um die Kantenreibung zu minimieren. Oben befindet sich ein Abseilring, ein 70m Seil reicht bis zum Boden, wobei das Abziehen dann ein wenig Muskelkraft erfordert.

Zum Ausklang des Tages habe ich die Tour noch im Solo-Toprope rotpunkt geklettert und genossen. Ein wunderbarer Tag am Asselstein.

*** Südostkante 7 rotpunkt (solo-toprope) wunderschöner Sandsteinweg, viele Ringe