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Hochstein – 3/4/5

20./22./24. 4. 2020, Hochstein (Südwand, freistehend)

So eine wunderschöne, sehr erfolgreiche Kletterwoche. Nach langer Zeit, hat es mich einmal wieder an den Hochstein verschlagen. Dort wartete ein etwas abgelegener, senkrechter Wandbereich mit kleingriffigen, technischen Routen. Genau mein Ding. Leisten, Löcher, Dellen, Zangen und Sloper vom Allerfeinsten! Obendrein scheint die Sonne aktuell erst nach 10 in die Wand, es gab also sehr gute Bedingungen für die Durchstiegsversuche.

Am Montag erwarteten mich wahre „Inselfreuden“. Unten ein relativ gemütlicher Riss und an den beiden Ringen schwer und durchaus ausdauernd. Kletterhimmel, eine ganz feine Sache. Der „Schmetterlingsflug“ ist leider bis zum entscheidenden 3. Ring eher ein Sandflug. Gut zu klettern, jedoch schön ist anders. Der überhängende untere Teil kostet Kraft, am 2. Ring quert man 1m nach rechts und geht danach hoch. Richtung 3. Ring und darüber dann die feine Crux mit sehr schönen Zügen. Am besten über den Riss aussteigen.

Zurück am Mittwoch und rein in „Piercing“. Eine kurze, feste Tour in der man einmal zwei Leisten durchdrücken muss. Direkt über den Ring geklettert keine leichte 7, etwas weiter links passt der Grad ganz gut. Anschließend die „Sonnebrille“, zu deren Start (1. Ring „Piercing“) man sich mit dem rechten Fuß auf einen Riesenkiesel schiebt. Ein paar Züge weiter, wartet auch schon der Crux Boulder. Seitdelle mit rechts, weiter an 2 Leisten. Hochblockieren in einen Sloper und leicht dynamisch mit rechts in die Kelle. Nice. Dann wieder zurück zum 3. Ring von „Piercing“. Am Ende des Tages habe ich mir noch die nächste Route für den Freitag angeschaut.

„Black Stripe direkt“ ist einfach klasse. Super Linie, sehr pumpig mit wunderbaren Griffstrukturen und Zügen. Nach dem Aufwärmen war der Durchstieg gerade noch so drin, im Ausstieg waren die Arme quasi taub, die Woche hat richtig Kraft gekostet. Ich habe noch getestet, wie ich mir den „Tatort“ gut einhängen kann und bin ein wenig in der Route herumgehampelt. Insgesamt mehr schauen und jümarn als klettern. Der Platteneinstieg ist nicht ohne, sehr kippelig und schwer. Sollte aber gehen, die Züge habe ich gemacht. Der Überhang sieht richtig heftig aus, sowohl einzelne Züge als auch die Kraftausdauer insgesamt traue ich mir nicht wirklich zu. Zurück auf die Warteliste mit dem „Tatort“.

* Piercing 7 onsight (solo-toprope) kurze, feste Tour, fordernde Leistencrux
* Schmetterlingsflug 8- rotpunkt (solo-toprope) unten sandig, feine Cruxbewegung
* Sonnenbrille 8 rotpunkt (solo-toprope) super Boulder, Delle, Leisten, Sloper
** Black Stripe direkt 8 rotpunkt (solo-toprope) ausdauernde, kleingriffige, starke Route
*** Inselfreuden 8 rotpunkt (solo-toprope) technisch, kleingriffig, Zangen/Sloper
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Lämmerfelsen – 3

26.07. 2019, Lämmerfelsen, Hirtfels (Norden)

Hitze und kein Ende, von daher wieder ab in eine Nordwand. Heute war glücklicherweise der erste Tag, an dem mich die Hitze spürbar einschränkte. Hoffentlich wird es bald wieder kühler. Es war irgendwie keine Erhohlung mehr da und nach der „Direkten Nordwand“ war der Ofen an sich aus. Von daher kann ich die Routen nicht unbedingt ganz korrekt einschätzen.

Beide Touren sind schwere, enorm fordernde Risse. Hart 7+ und technisch anspruchsvoll. Risshandschuhe könnten ziemlich hilfreich sein, ich muss mir unbedingt in naher Zukunft welche zulegen. Die Gesteinsqualität is gerade in den unteren Abschnitten fragwürdig und sehr sandig. Das Legen der mobilen Freunde erfolgt nicht immer aus Komfortpositionen.

Zunächst war mir unklar, wo genau die „Direkte Nordwand“ verläuft. Im Endeffekt kletterte ich nach austesten eine „Kühlschrank-Variante“ über den mittleren und den rechten Riss. Sehr spaßig im Toprope. Wer das im Vorstieg klettert, vor allem im Onsight, schätzt seine Gesundheit nicht unbedingt wert. Es ist nicht vernünftig absicherbar. Darüberhinaus schwer, schwierig zu lesen (nutzbare Griffe/Kanten nicht sichtbar) und sandig/brüchig. Früher war der Felszapfen wohl länger und die Geschichte sah ein wenig anders aus. Im Mittelteil wartet die Schlüsselstelle der Route. Der Riss nimmt Cams super auf, das Legen ist jedoch anstrengend. Technisch und von der Kraft her sehr fordernd. Der obere Abschnitt über 2 Ringe (abseilen am 2.) ist einfacher und klettert sich sehr schön.

„Nur Mut“ ist eine Einstiegsvariante zur „Direkten Nordwand“ (linker Riss) und lässt sich zumindest E1 mäßig absichern. Problem ist, dass der Ring erst nach der Crux klippbar ist (dazu sehr wackelig/unbequem) und mit dem Cam darunter alles eng bemessen ist. Nach dem Ring zum Mittelteil der „Direkten Nordwand“ ist ebenfalls nochmal etwas Luft unter dem Hintern. Wie bereits gesagt, heute war nicht mein Tag, aber diese Schlüsselpassage in „Nur Mut“ hat mich heute richtig fertig gemacht. Sackschwer und enorm anstrengend. Ich bekam noch alle Einzelzüge raus, am Stück ging überhaupt nichts. Gerade hier könnten Risshandschuhe einen ansonst sehr schweren Zug entschärfen, mit schweißenden Händen klemmte nix.

Also, wer auf knallharte Risse steht, ist hier am richtigen Platz. Geübter Umgang mit Cams ist Pflicht. Wer an seiner Gesundheit hängt steigt über „Nur Mut“ ein und hängt den Ring per Clipstick vor. Ein Erlebnis allererster Güte.

** Direkte Nordwand 7+ rotpunkt (solo-toprope) E2 Einstieg für Irre, Kletterei klasse
** Nur Mut 7+ offen (solo-toprope) E1 Einstieg grenzwertig, sehr fordernd
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Lämmerfelsen – 2

22.07. 2019, Lämmerfelsen, Hirtfels (Norden)

Willkommener Schatten am Hirtfels. Zunächst stand der Klassiker „Bockverschneidung“ auf meiner Agenda. Eine Riss-Verschneidung vom Allerfeinsten, komplett eigenständig abzusichern. Genügend perfekte Placements sind vorhanden, man muss halt nur mit den etwas größeren Vertretern gut haushalten. Die erste fordernde Stelle ist ein etwas hervorstehender Block (kam mir nicht mehr solide vor) über den man sich hinaufdrücken muss. Obenraus folgt die bilderbuchartige Rissverschneidung, die sowohl technisch als auch von der Kletterausdauer her fordert. Warum es oben keinen Abseilring gibt, sondern der Baum ständig „misshandelt“ werden muss, ist wieder so eine Pfälzer Sache….topfit sieht er nicht mehr aus.

„Das Jammern der Lämmer“ ist richtig gut. Der Fels leider nicht. E1 und der eine oder andere mobile Helfer wird benötigt. Mehrfach wird man durchaus gefordert. Die Schlüsselstelle wartet am letzten Ring vor dem Umlenker. Kaum was zum Treten, eine hohle Zangenleiste (wird nicht ewig existieren) für links und dann weit nach oben schnappen (hart 7+). Das Einhängen des Umlenkers ist ebenfalls nicht geschenkt, außer man klettert, bis man diesen auf Wadenhöhe hat.

Zum Abschluss ging es hinein in „Habe die Ehre, Herr Laub!“. Insgesamt eine sehr klassische Kletterei, die gleichmäßig technisch interessant daher kommt. Kräftig geht es im gemeinsamen Abschnitt mit der „Nordostwand“ daher. Meine Herren, klassisch 6+ mit spannender Absicherung. Es fliegt viel Sand in dieser Tour umher.

Super Routen, man sollte jedoch aufgrund der Umstände meiner Meinung nach etwas über den Dingen stehen. Erfahrung im sanften Pfalzklettern ist ebenfalls nicht verkehrt. Sonst könnte ein möglicher Sturz unangenehmer werden, als man möchte.

*** Bockverschneidung 6- onsight (solo-toprope) cleane Rissverschneidung, anhaltend
** Habe die Ehre, Herr Laub! 7- onsight (solo-toprope) homogene, techn. betonte Kletterei
** Das Jammern der Lämmer 7+ rotpunkt (solo-toprope) mehrfach fordernd, brüchig, E1
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Büttelfels – 5

17.05. 2019, Büttelfels (Süden, unten Baumschatten)

Eine geniale Kletterwoche geht zu Ende. Dabei gab es heute angenehme Temperaturen im Sonnenschein, besser geht es kaum. Im „Schlenkerle“ war ich bereits einmal vor einiger Zeit. Einmal hoch und alles auschecken, danach folgte direkt der Rotpunkt.

Im unteren Teil wartet die fordernste Passage mit den schweren, anhaltenden Zügen (dynamische Schnapper). Ein Löchertraum. Nach einer ausgiebigen Rast folgen zwei weitere, insbesondere technisch anspruchsvolle Stellen in der glatten, senkrechten Wand sowie auf den Plattenwülsten. Einfach wunderschön!

Im „Traumfänger“ geht es typisch pfälzisch voran. Es sandet, aber die Tour geht gut und ist gut. Schlaucht mehr im unteren Drittel als man vermutet. Die Crux wartet am 6. Ring, wie kommt man nur über das kleine Dächlein? Nach etwas hin und her (stemmen hat nicht funktioniert), war für mich die Lösung der doppelte Untergriff. Coole Sache.

Der „Sandmann“ überrascht einen direkt mit einer harten Kieselplatte. Nach und nach probiert man sich vorwärts und letztendlich geht es recht gut hinauf. Technisch eine super Sache. Fingerkraft ist direkt vom Boden weg gefragt, dass Füße hochbringen an den zwei Kieseln ist nicht geschenkt. Im kurzen Wabenüberhang nochmal zupacken und das Ding ist im Sack. Lohnend.

* Sandmann 7 rotpunkt (solo-toprope) techn. + fingerlastige Kieselplatte, Waben
* Traumfänger 7+ rotpunkt (solo-toprope) pfälzisch sandend, dabei gut, pfiffige Crux
*** Schlenkerle 8- rotpunkt (solo-toprope) vielseitig, wunderschön, viele Löcher
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Kuckucksfels – 3

13.5. 2019, Dahner Kuckucksfels (Süden)

Nach ein paar mal Bouldern aufgrund der Regentage, fühlte ich mich für meine Verhältnisse recht fit und daher war mein Ziel eine offene Geschichte abzuschließen – die „Intensivstation“.
(alter Beitrag)

Dies gelang völlig überraschend direkt im ersten Anlauf. Ausgeruht konnte ich den Einstiegszug relativ problemlos ziehen (am Ende des Tages in einem Trainingsdurchlauf wieder ohne jede Chance). Dann hieß es dranbleiben und Ruhe bewahren, zum Glück gibt es vor dem Abschlussüberhang eine super Rastposition.

Anschließend ging es weiter mit dem „Rehazentrum“. Im Einstiegsboulder musste ich rumprobieren, fand aber für mich eine ideale Lösung. Eine schöne technische Geschichte. Danach geht es insgesamt recht athletisch zur Sache. Aus der Verschneidung übers Dach in die Wand ist eine weitere, kräftige Schlüsselstelle (Henkel).

** Rehazentrum 7+ rotpunkt (solo-toprope) techn. Crux, athletisch, Henkelabschluss
*** Intensivstation 8- rotpunkt (solo-toprope) Leistenwand, Überhang, techn.+ausdauernd