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Trifels – 4

03.03. 2017, Trifels (Süd-Westwand, freistehend)

Direkt wieder an den Trifels. Aufgrund von etwas Sonne und Wind am gestriegen Nachmittag waren die Bedingungen sehr gut, nichts war mehr wirklich nass.

Zunächst kletterte ich die klassische „Alte Westwand“ (6). Einfach eine wunderschöne Felsfahrt und enorm lang (ca. 50m). Gut sitzende Ringe und mit zusätzlichen Friends bestens abzusichern. Schlichtweg ein Muss! Die Schlüsselmeter sind nicht geschenkt, da solltet ihr schon hinpacken und euch gut bewegen. Weiter ging es mit „Nachspeise“ (7+). Eine nette Platte mit einer Einzelstelle zum 2. Ring. Achtung, es ist nicht weit bis zum Boden, straff sichern. Mir kam glücklicherweise die richtige Idee direkt im Onsight und damit hatte ich die Route in der Tasche.

„Espresso“ ist im Führer mit 7 angegeben, jedoch kommt das meines Erachtens nicht hin. Früher war es wohl sogar einmal mit 7- bewertet. Ich denke das Problem ist der „brüchige Unterbau“ der beiden Dächlein. Man weis garnicht so richtig, welche Fußposition hält und wo etwas wegbrechen könnte (was mir dann im Rotpunktversuch auch passiert ist). Hier wird schon einiges fehlen, was insbesondere die Crux am 2. Ring richtig schwer macht (zusätzlich sieht es nach Griffausbruch aus). Beide Schlüsselstellen sind sehr schön, technisch und kräftig zugleich. Das zweite Dächlein ist enorm lohnend. Mehr Sterne bekäme die Tour ohne den Bruch. Die Absicherung sollte kein Problem darstellen, auch wenn die Ringe pfalztypisch etwas hoch sitzen. Da meine Arme schlussendlich nur noch Pudding waren, bleibt eine Rotpunktbegehung zunächst offen. In die Route solltet ihr nur einsteigen, wenn wenig Betrieb herrscht, so dass mögliche Bruchstücke niemanden verletzen können.

*** Alte Westwand 6 onsight (solo-vorstieg) klassische, sehr lange Linie, ein Muss
* Nachspeise 7+ onsight (solo-toprope) Einzelstelle zum 2. Ring, Rest nette Platte
* Espresso 7+ 2 schwere und technische Dächlein, fordernd
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Trifels – 3

27.02. 2017, Trifels (Süd-Ostwand, freistehend)

Saisonbeginn in der Pfalz. Es war warm genug und trocken. Perfekt!

Falls ihr auch aufbrechen wollt, beachtet bitte die aktuelle Sperrliste. Zur Gewöhnung an den Sandstein stand Plattenklettern auf meiner Agenda. Meine Finger und meine Haut freuten sich über den Belastungswechsel. Die Technik ebenso.

Bestens bietet sich dafür die Süd-Ostwand des Trifels an. Jedoch Obacht, die Routen sind nicht umsonst mit E1 oder E2 versehen. Zusätzliche Absicherung mit Friends (Keilen) ist obligat, trotzdem sind mögliche Stürze hier nicht unkritisch aufgrund des Sturzraumes bzw. scheinen mir nicht alle Passagen wirklich absicherbar zu sein. Ganz genau habe ich es mir nicht angesehen, da ich meistens im Solo-Toprope geklettert bin. Die Route „Saupädel“ bin ich solo vorgestiegen und diese ist bestens abzusichern. Ein Clipstick im Gepäck ist hier nicht verkehrt, da insbesondere die Einstiege zu „Ostpfeiler“ und „Rumpelstilzchen“ nicht ohne sind. Alle Touren besitzen ihre Schwierigkeiten und Charakeristika im unteren Teil, nach oben hin wird es einfacher, ehe man zum Umlenker noch einmal etwas beherzter hinlangen darf.

„Vorspeise“ ist eine herrliche Reibungsplatte. Nahezu ausschließlich geht es an glatten Dellen und Mulden empor. Ein Genuss! Im Gegensatz dazu bietet „Saupädel“ viele kleine Kiesel. Die Crux am 2. Ring ist heftig. Es waren einige Anläufe nötig, sehr hart 6+. Vielleicht habe ich jedoch das Offensichtliche übersehen. In „Gesucht und Gefunden“ klettert es sich homogen an Löchern und Leisten hinauf. Schön! Ist man am Schlaghaken vom „Ostpfeiler“ vorbei, ist der fordernde Teil vorrüber und es erfreut auf ein Neues eine Platte. Das Sahnestückchen ist die Route „Rumpelstilzchen“. Schwierigkeiten warten an den beiden Ringen sowie am Einstieg. Technik und Köpfchen sind gefragt. Beweglichkeit ist sehr hilfreich. Insbesondere die Crux am 1. Ring ist richtig cool!

Ein toller Tag. Auf bald Pfalz!

** Vorspeise 6 onsight (solo-toprope) herrliche Reibungsplatte, teils ungesichert
* Saupädel 6+ rotpunkt (solo-vorstieg) schöne Platte, schwer am 2. Ring (Kiesel)
* Gesucht und Gefun. 6+ onsight (solo-toprope) gute Tour, viele Löcher und Leisten
* Ostpfeiler 7- onsight (solo-toprope) Crux am Einstieg und Ring, anschl. Platte
*** Rumpelstilzchen 7+ rotpunkt (solo-toprope) Crux am 1. Ring, geniale Platte
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Lauterschw. Rappenfels – 1/2

17.10./14.11. 2016, Lauterschwaner Rappenfels (Westwand / Süden, freigestellt)

Nach einer längeren Kletterpause sowie eines Infektes bot sich heute endlich die Möglichkeit mein letztes offenes Projekt für dieses Jahr abzuschließen, die „Sächsische Manier“ (7/7+) am Lauterschwaner Rappenfels.

Am 17.10. kämpfte ich mich die Tour im Solo-Vorstieg nach oben. Es kam deutlich schwieriger und kräfteraubender als gedacht. In jedem folgenden Durchstiegsversuch ging mir mehr und mehr die Puste aus, so dass ich erfolglos abrücken musste. Dafür gab es jedoch mächtig was zu lernen. Jedesmal fand ich auf ein Neues eine Kleinigkeit, mit der ich noch ein wenig Pulver einsparen konnte. Die Route strotzt vor technische Feinheiten. Komplexe und elegante Bewegungen gehen nahtlos ineinander über und bilden ein anhaltendes, sehr homogenes Gesamtbild. Technisches, vielseitiges Klettern vom Allerfeinsten! Abfliegen kann man auch recht gut.

Bei genialsten Gripverhältnissen (dafür schweinekalt) konnte ich heute diese Route direkt rotpunkten. Mein Einschlafritual, dass Wiederholen der Züge, zeigte Wirkung und ich kletterte fließend durch die „Sächsische Manier“.

Zum Einrichten des Topropes stieg ich den „Plattenweg“ (4+) empor. Einfach, schön, aber nicht ohne. Der Vorsteiger sollte sicher agieren können. Danach boulderte ich in „Mein lieber Schwan“ (8) herum. Überraschenderweise konnte ich nahezu direkt alle Züge klettern, am Stück jedoch keine Chance mehr. Ebenfalls eine enorm technische Kletterei. Winzleisten, kippelig, hart und anhaltend. Danach war der Tank leer. Zum Training schaute ich noch in der „Sachsenvariante“ (7) vorbei. Eine lohnende Ausstiegsoption zur „Alten Westwand“. Fordernde Schlüsselstelle und interessanter, technischer Ausstieg. An Durchstieg war nicht mehr zu denken.

Die Kletterei an der Westschulter des Lauterschwaner Rappenfelses ist sehr von Technik geprägt und überwiegend kleingriffig. Insbesondere die Fußarbeit entscheidet über den Erfolg. Im Ausstieg warten runde Wülste und erfordern nochmals Aufmerksamkeit. Ab 10/11 Uhr scheint die Sonne rein. Um die rutschigen Leisten gut halten zu können, sollte es kühl und schattig sein. Die von mir gekletterten Routen sind sehr hart für den angegebenen Schwierigkeitsgrad. Aufwerten wäre nicht unangebracht. Ich denke, dass die Leisten im Vergleich zu früher schlechter geworden sind und vieles aus- bzw. abgebrochen ist.

Alle Routen benötigen Friends (Keile) zur Absicherung, Placements sind gut. Es sind sehr viele Ringe vorhanden.

* Plattenweg 4+ onsight (solo-vorstieg) interessante Platte, nix für Anfänger
** Sachsenvariante 7 rotpunkt offen
*** Sächsische Manier 7/7+ rotpunkt (solo-toprope) technisch, komplex, homogen, vielseitig
*** Mein lieber Schwan 8 rotpunkt offen
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Rödelstein – 1/2

6.10./14.10. 2016, Rödelstein (Südwand, nur unten Baumschatten)

Und ab ging es zum nächsten Felsklassiker, dem Rödelstein bei Vorderweidenthal. Am 6.10. kämpfte ich mich per GriGri-Solo die „Höllenfahrt“ (8-) hinauf. Da ich heute direkt per Solo-Toprope in die Route eingestiegen bin, ist mir erstmalig durch diesen Vergleich so richtig bewusst gewurden, wieviel mehr Kraft ein Solo-Vorstiegs-Klettern im Vergleich zum normalen Vorstieg oder gar dem Ausbouldern am Toprope kostet. Daher war an diesem Tag kein Rotpunkt mehr drin, jedoch absolvierte ich ein Hammer-Training in den folgenden Durchstiegsversuchen.

Um mir das Toprope für die „Höllenfahrt“ einzuhängen bot sich direkt der „Oliverweg“ (6+). Diesen konnte ich im Onsight klettern. Eine starke Tour bis zum 3. Ring, gute Bewegungen mit einer sehr lohnenden Schlüsselstelle. Anschließend geht es recht einfach eine Platte hinauf bis zum Standring. Weiterklettern lohnt sich, denn der Ausstieg ist luftig und löst sich wunderbar auf.

Nun war die „Höllenfahrt“ an der Reihe und ich konnte diese Hammer-Tour direkt punkten. Viel besser geht es kaum. Unten geht es abdrängend (bauchig) an Löchern und Leisten recht anhaltend sowie eher technisch vorwärts. Die Crux, eine Plattenstelle, folgt fließend mit einer Zange für rechts und einer Mini-Leiste für links. Es warten 3 weitere Einzelstellen, vor denen man sich ausgiebig erholen kann. Zunächst eine interessante Verschneidung mit luftigen Ausstieg. Danach das erste Dächlein, welches sehr kräftig daherkommt und sich herrlich per Hook auflöst. Den krönenden Abschluss bildet das zweite Dächlein, das auf den ersten Blick sehr fordernd wirkt, jedoch per Knieklemmer eine geniale Lösung parat hält. Vom Feinsten. Von unten bis oben allerbestes Klettern!

Da mein Toprope an der richtigen Stelle für den „Ameisentrail“ (8-/8) hing, stieg ich hier noch ein und konnte die Route fast im Onsight klettern, 2cm mehr Reichweite und es hätte geklappt. Am Start wartet ein seitliches „Hangelband“ an Löchern, die Füße können nahezu nur auf Reibung stehen. Anhaltend, jedoch recht gut machbar. Direkt im Anschluss folgt der größenabhängige Schlüsselzug. Kommt man direkt hoch, kommt die Bewertung mit 8- hin, weder zu leicht, noch zu schwer für den Grad. Kommt man nicht an den Zielgriff, muss man Zwischengreifen und eine Mikro-Leiste mit rechts zuballern, die Füße hochsetzen, weiterhin blockieren und hart den Körper rausschieben. Das liegt meines Erachtens im oberen 8. Grad. Der Rest der Route ist deutlich einfacher ohne größere Schwierigkeit. Luftige Kletterei, die Spaß macht. Im Endeffekt bestimmt ein enorm größenabhängiger Zug die Schwierigkeit der Tour.

Alle Routen benötigen Friends (Keile) zur Absicherung, Placements sind gut.

** Oliverweg 6+ onsight (solo-vorstieg) starker Einstieg, danach einfacher, oben luftig
*** Höllenfahrt 8- rotpunkt (solo-toprope) Hammer-Tour, wunderschöne Passagen
** Ameisentrail 8-/8 fast im onsight…
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Frohndellpfeiler – 1

30.9. 2016, Frohndellpfeiler (Süd-Ost Wand, nur unten Baumschatten)

Zum Abschluss des Septembers lockte mich der Frohndellpfeiler. „Spidermove“ (7+) war angesagt. Was eine schöne Route! Feinste technisch-elegante Kletterei. Ein Genuss. Zum ersten Ring im Zweifel zusätzlich absichern, ist jedoch sehr einfach. Ansonsten reicht ein Cam 2.0 für den Ausstieg, der wulstig und flechtig daherkommt und dadurch einen krönenden Abschluss leider verwehrt. Der Mittelteil mit den Waben, Kieseln, Löchern und Leisten macht jedoch alles wieder wett. Es gibt sogar ein Video einer Begehung.

Direkt rechts daneben liegt mit „Bohr do“ (7+) eine weitere besonders lohnende Tour. Am besten den 1. Ring per Clipstick einhängen oder über den Riss zu Spidermove absichern. Denn davor und darüber lauert eine harte, fordernde Kieselplatte und damit die Schlüsselstelle. Richtig gut. Herrliches Kieseltreten und -halten. Im oberen Teil wird es athletisch mit zwei kleinen Dächlein. Den ein oder anderen Cam bereithalten.

Hingehen und Spaß haben Leute. Die geneigten bis senkrechten, sehr abwechslungsreichen Klettereien machen richtig Laune!

** Bohr do 7+ rotpunkt (solo-toprope) starke, harte Einstiegsplatte, athletischer Oberteil
*** Spidermove 7+ rotpunkt (solo-toprope) traumhafte Kiesel-, Waben- und Lochkletterei