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Rötzensteinpfeiler – 4/5

08.06./12.06. 2020, Rötzensteinpfeiler (Süden, freistehend)

Nach meinem Besuch im Erzgebirge war Sonne und Wärme für die Pfalz angesagt und so entschied ich mich spontan für den Rötzensteinpfeiler, da die Routen am Vormittag noch im Schatten liegen.

„Augen rechts“ ist eine grandiose, lange Linie. Die Absicherung ist sehr anspruchsvoll. Die Cams sind kräftezehrend zu legen und teilweise hat man kaum Sicht auf die Placements in der schrägen Rissverschneidung im mittleren Teil. E2 und weite Abstände obendrein.

Bereits unten muss man kräftig hinlangen mit weiten Zügen im oberen 7. Grad. Über dem Ring leicht übersehbare Placements für kleine Cams links und rechts (die bessere Wahl). Ausschütteln und weiter geht’s. Die schräge Verschneidung im Mittelteil fordert Technik und bietet kaum wirklich Rastpunkte. Direkt im Anschluss kommt der solide 8- Teil. Die Arme pumpen sich mehr und mehr auf und die Kletterei ist technisch und kräftemäßig fordernd.

Großartige Kletterei, super Linie und mega Ambiente. Das Zünglein an der Waage ist die Sicherungssituation. Wer das von unten klettert sollte deutliche Reserven haben und sicher sowie schnell mit Cams umgehen können. Mit 8- hat das dann nix mehr zu tun.
(harte 8- mit gelegten Cams)

** Augen rechts 8- rotpunkt (solo-toprope) super Linie, sehr anspruchsvoll, E2
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Magnetenwand – 3

Magnetenwand, 03. 06. 2020

Nach fast 4 Jahren wurde es Zeit das offene Problem an der Magnetenwand abzuschließen. Die Routen hier sind eher Boulder am Seil. Sehr glücklich konnte ich heute den „Monstermagnet“ durchsteigen.

Das Einklettern erfolgte über „Gelobtes Land“. Insgesamt eine eher rampfige Tour mit einer markanten Doppelrisspassage in der Mitte. Weiter ging es mit dem bereits bekannten „Magnet“. Eine gute, durchaus anhaltende Leistenroute. Mittlerweile sollte man am letzten Ring abbauen, da die Kante oben links raus nicht mehr wirklich solide wirkt.

Anschließend schaute ich mir den „Monstermagnet“ genau an und putzte alle Griffe und Tritte (dringend nötig). Schien alles machbar….jedoch der Einstiegszug….ich gab mir kaum eine Chance…

Trotzdem ran ans Ausbouldern und zu meiner Überraschung konnte ich den harten, dynamischen Startzug im vierten Anlauf versenken. Keine Ahnung wie, aber in diesem einen Moment hielt die Seitgriffsleiste rechts und die linke Hand landete perfekt im Ziel. Somit dranbleiben und der Rest löste sich auf wie vermutet. Sehr geil! Schon ein hartes Ding und ein wirklich feiner Boulder!

Zum Tagesende gab es noch den „Kraftzwerg“. Nach erneut sehr nötiger Freilegung der Griffe konnte ich das kurze, kräfte Dächlein klettern. Hart für 6+ und man muss etwas auf dem Weg zum ersten Ring aufpassen (ggf. vorclippen).

Neue Routen
Gelobtes Land 6- onsight (solo-toprope) Doppelriss-Kletterei, etwas rampfig alles
* Kraftzwerg 6+ onsight (solo-toprope) kurz kräftig übers Dächlein, hart
** Monstermagnet 8+ rotpunkt (solo-toprope) klasse Boulder mit Startschwierigkeit, leistig
Bekannte Routen
* Magnet 6+ senkrechte Leistenkletterei, ausdauernd
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Tunnelnadel – 5

Tunnelnadel, 01.06. 2020

An der Tunnelnadel hat mir der Einstieg von „Gernegroß“ bisher stets nur Kopfschmerzen bereitet und ich konnte das Rätsel nicht lösen. Heute war es dann soweit, teils durch probieren und teils mit ein wenig Zufall fand ich einen Weg für mich den schweren Einstiegsboulder zu bewältigen. Wenn man weis wie, ist das ganze interessanter und besser als zunächst vermutet. Der Rest der Tour ist sowieso sehr feine Kletterei mit einem längenabhängigen „Seitpendelzug“ im oberen Abschnitt. Die Zielgriffschuppe macht leider nicht mehr den allerbesten Eindruck, hoffentlich hält sie noch lange. Fast eine drei Sterne Route.

Im Anschluss wiederholte ich nochmals die „Knusperkante“. Die Ringe im unteren Teil sind wieder drin, oben clippt man zwei Ringe der Nachbartour. Ein schöneres und anstrengenderes Offene-Tür-Problem bin ich bisher nicht geklettert. Der Granit zeigt sich hier von seiner rauesten Seite. Die Gegendruckfusstritte fühlen sich aufgrund der Granitstruktur (Bröseligkeit) nicht immer gut an, halten jedoch in der Regel.

Neue Routen
** Gernegroß 8 rotpunkt (solo-toprope) vielseitig quer durch die Tunnelnadel
Bekannte Routen
* Knusperkante 7+ Reibungs-Piaz-Kante, oben kräftig
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Eisenbahnerbruch – 2

Eisenbahnerbruch, 27.05./29.05. 2020

Zurück im Erzgebirge mit ein wenig mehr Fingerkraft und diese wollte ich im Eisenbahnerbruch an die Wand bringen. Im Gegensatz zu meinem letzten Besuch ist der Wandfuß besser zugänglich (hohes Gras), dafür wachsen die leichteren Routen weiter hinten optisch mehr und mehr wieder zu.

„Lenis Blumengruß“ ist wie im Kletterführer beschrieben knallhart. Anhaltend kleingriffig und pumpig. Dabei technisch fordernd und von vorne bis hinten einfach schwer. War ein sehr guter Kampf in dieser Route, zunächst Lösungen für alle Puzzleteile zu finden und dies dann so zu optimieren, dass letztendlich der Durchstieg gelang. Großartige Sportkletterei mit unzähligen kleinen Feinheiten zur Optimierung/Krafteinsparung.

*** Lenis Blumengruß 8+ rotpunkt (solo-toprope) anhaltend, kleingriffig, technisch, Leisten
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Bavariafels – 1/2

20.05./22.05. 2020, Bavariafels (Nordwand)

In der schattigen Nordwand des Bavariafelsens gibt es ausgezeichnete Sportkletterrouten. Fest und athletisch. Leider schaffte man es 2013/14 immer noch nicht über seinen Schatten zu springen und Routen einfach mal ohne fragwürdige Sicherungsaspekte einzubohren. Sei es der Wandeinstieg von „O’zapft is“ mit dem tiefen Cam und der Platte darunter oder die Einstiegsplatte von „Gmahde Wiesn“ mit wackligem Aufrichter zum 2. Ring. Überall ein Ring mehr und es regiert die pure Freude, kann man wohl leider nicht zugestehen, selbst bei objektiv modernen Sportklettertouren. Schade. (Clipstick hilft in beiden Fällen)

Davon abgesehen sind die Routen erste Sahne und überwiegend löchrig. Am letzten Ring klettert man in „O’zapft is“ einen Rechtsbogen (links vom Ring mind. 8+, ich kann das 2/3 Finger Loch nicht halten) und in „Gmahde Wiesn“ links vom Ring (rechts schwerer Längenzug). Die starken Erstbegeher wählten wohl die schwierigeren Varianten.

** O’zapft is 8 rotpunkt (solo-toprope) feines, löchriges Sportklettern
*** Gmahde Wiesn 8 rotpunkt (solo-toprope) vielseitige, homogene Sportkletterroute