{"id":3188,"date":"2018-06-04T00:00:29","date_gmt":"2018-06-03T22:00:29","guid":{"rendered":"http:\/\/nureinkleinesklettertagebuch.de\/?p=3188"},"modified":"2018-06-05T10:29:49","modified_gmt":"2018-06-05T08:29:49","slug":"eselsfels-1","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nureinkleinesklettertagebuch.de\/?p=3188","title":{"rendered":"Eselsfels &#8211; 1"},"content":{"rendered":"<p>4.6. 2018, Eselsfels (S\u00fcden, freistehend)<\/p>\n<p>Wenn einfach alles passt &#8211; die pure Freude am Klettern! So ergang es mir heute am Eselsfels bei Wilgartswiesen. Technische Aspekte spielen die erste Geige, die Schl\u00fcsselstellen sind nicht trivial und sind mir daher nicht im Onsight gelungen. Ohne Fingerkraft geht jedoch auch nicht viel. F\u00fcr meine heutigen Touren sollte man Leisten, Kiesel und Risse m\u00f6gen, der Fu\u00dfarbeit kommt eine Schl\u00fcsselrolle zu. Leider gibt es sicherungstechnisch aus meiner Sicht Probleme.  <\/p>\n<p>Der &#8222;Talwandweg&#8220; bietet in der ersten Seill\u00e4nge einen breiteren Riss, der bis auf einen Ring (eigentlich unn\u00f6tig) selbst abzusichern ist. Mit offenen Augen stellt das kein Problem dar. Gleich von unten weg schwierig und beherztes Einsteigen fordernd. Nach oben hin immer leichter. In der zweiten Seill\u00e4nge klettert man zun\u00e4chst auf einen Felsblock ehe eine leicht liegende Leistenwand auf einen wartet (mit 3 Ringen). Technisch schwer (besonders nach dem 3. Ring, hier musste ich l\u00e4nger probieren) und die Finger sollten ebenfalls nicht wackeln. Einfach wunderbar, anschlie\u00dfend folgen klassische Genussmeter. Das i-T\u00fcpfelchen kommt mit dem direkten Ausstieg. Klimmzugf\u00e4higkeit und Beweglichkeit hilft, sonst kann es sehr bitter werden. Alles in allem eine gro\u00dfartige Linie mit einem Mangel. Wieso muss man mehr oder minder kippelig vom Felsblock weg klettern, um endlich einen Ring clippen zu k\u00f6nnen? Dort abschmieren ist ein ekelhafter Aufprall auf diesen Block inklusive weiteres dar\u00fcberrutschen. Bitte einfach einen Ring mehr, den man vom Block aus einh\u00e4ngen kann (zur Not mit steifer Exxe) und schon ist dieses Horrorszenario gebannt. Aufgrund der Erw\u00e4hnung im Kletterf\u00fchrer, dass der Ring schwer zu clippen sei (ist er an sich nicht) habe ich mir diesen per Clipstick vorgeh\u00e4ngt. Als Alternative k\u00f6nnte man mit Reepschnur noch zwei Mini-Sanduhren f\u00e4deln und den Ring eventuell technisch mittels steifer Exxe einh\u00e4ngen. Ich verstehe es einfach nicht, wieso die Gefahr eines potentiell \u00e4u\u00dferst ungem\u00fctlichen Sturzes nicht entsch\u00e4rft wird. Das hat nichts mit pf\u00e4lzer Vorstiegsbereitschaft, sondern mit Vernunft zu tun, nicht auf den Block aufschlagen zu wollen.<\/p>\n<p>Ein \u00e4hnliches Unding liefert &#8222;Die Begrading&#8220;. Der Kletterf\u00fchrer empfiehlt schon mal den Ring \u00fcber den Felsblock links vorzuh\u00e4ngen und wieder zur\u00fcck zu klettern. Es folgen die Crux sowie weitere pumpende Z\u00fcge ehe man etwas legen kann. Geht man hier ab f\u00e4llt man seinem Sicherer im Stand nahezu auf den Kopf. Was soll das? Musste die Tour unbedingt &#8222;pf\u00e4lzisch&#8220; werden? Einfach zwei Ringe mehr und St\u00fcrze bzw. Sturzraum w\u00e4ren ok. An sich ist diese Variante richtig gut. Knackig und anhaltend \u00fcber den ersten Ring, hier musste ich den Schl\u00fcsselzug (Griffkiesel) ausbouldern. Am zweiten Ring wartet eine weitere schwere Stelle. F\u00fcr 7 ist in der Tour viel Fingerkraft gefragt.<\/p>\n<p>Die Absicherung in der &#8222;Eselsplatte&#8220; ist &#8222;pf\u00e4lzisch passend&#8220; und herausfordernd. Ob ich es vorsteigen w\u00fcrde? Im Onsight wohl nicht, weil ich einfach keine Lust auf weite Plattenst\u00fcrze habe. Das tut meistens weh und an den F\u00fc\u00dfen ist schneller etwas kaputt als man denkt. Die zwei Ringe in der Tour decken die schwersten Z\u00fcge perfekt ab. Einerseits respektiere ich diese Absicherung andererseits frage ich mich, wieso man m\u00f6gliche Verletzungen beim St\u00fcrzen in diesem Gel\u00e4nde riskieren sollte. Jeder gibt seinen Kindern heute Helme und Protektoren, ohne Gurt\/Airbags f\u00e4hrt ebenfalls keiner mehr Auto. Also muss man sich ehrlich hinterfragen ob das noch zeitgem\u00e4\u00df ist oder nicht? Sollte man nicht verletzungstr\u00e4chtige St\u00fcrze vermeiden? Dazu kommt in dieser Route, dass einige Z\u00fcge sehr weit sind. D.h. kleine Kletterer oder Frauen\/Jugendliche noch schneller die St\u00fcrze in Kauf nehmen m\u00fcssen als die &#8222;mutige M\u00e4nnerdom\u00e4ne&#8220; von damals, weil sie eben &#8222;Kleinstfehler&#8220; nicht mit Gr\u00f6\u00dfe ausgleichen k\u00f6nnen, um sich doch noch an der Wand zu halten. Bei jetziger Politik wird es zur Toprope-Tour verkommen, ich habe kein Problem damit, aber ist es so gewollt? Und ist es fair allen Kletterern gegen\u00fcber?<\/p>\n<p>Die Route an sich ist eine Plattenperle. Bewegungsvielfalt, K\u00f6rpergef\u00fchl, Kieseltreten &#8211; Plattenhimmel. Allein der dynamische Schl\u00fcsselzug am ersten Ring verdient drei Sterne. Dauert etwas bis alles perfekt zusammenspielt. <\/p>\n<p>Zusammenfassung: Ambiente und Touren 1+ mit Sternchen. Man sollte technisch ein guter Kletterer sein, sonst wird es deutlich schwerer. Definitiv kein Felsen f\u00fcr Anf\u00e4nger oder Neulinge im Schwierigkeitsgrad. Die Absicherung problematisch. Und genau deswegen gibt es \u00fcberlaufene Modefelsen und ruhige Pl\u00e4tzchen (evtl. gew\u00fcnscht). Verbunden mit den jeweiligen &#8222;Vorteilen&#8220; und Problemen.       <\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>***<\/td>\n<td>Talwandweg<\/td>\n<td>7-<\/td>\n<td>rotpunkt (solo-vorstieg)<\/td>\n<td>gro\u00dfartig, Riss und Leistenwand<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>***<\/td>\n<td>Eselsplatte<\/td>\n<td>7-<\/td>\n<td>rotpunkt (solo-toprope)<\/td>\n<td>Plattenhimmel, teils weite Z\u00fcge<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>*<\/td>\n<td>Die Begradigung<\/td>\n<td>7<\/td>\n<td>rotpunkt (solo-toprope)<\/td>\n<td>knackig, Kiesel, Leisten, L\u00f6cher<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>4.6. 2018, Eselsfels (S\u00fcden, freistehend) Wenn einfach alles passt &#8211; die pure Freude am Klettern! So ergang es mir heute am Eselsfels bei Wilgartswiesen. 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